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Unterkunft
und Boote:
(Noch) fehlender Handyempfang und die am Ende der Straße in
dem sehr kleinen Ort Honseby gelegene Unterkunft untermauern
den Eindruck, (auch) auf der Insel Seiland der zivilisierten
Welt erfolgreich entflohen zu sein.
Der
Honsebybotn:

Hafen und
Bootssteg liegen ca. 300 m von der sehr geräumigen und
komfortabel ausgestatteten Unterkunft entfernt.
Balkonblick
zur Rechten:

Balkonblick zur Linken:

Der Filetier-
und Gefrierbereich befindet sich in einer stillgelegten
Fischfabrik, in der auch noch ein kleiner Trockenraum für
Anzüge und Tackle zur Verfügung steht. Weitere Ausbau- und
Erweiterungsmaßnahmen innerhalb der Halle sind bereits
geplant. Hinter der Halle befindet sich noch eine
unmittelbar am Wasser gelegene Sitzecke mit Grillplatz. An
Booten stehen ein 20 Fuß Rana-Boot mit einem 90 PS
Viertaktmotor und beheizbarer Kabine sowie ein nicht minder
geräumiges Dieselboot mit 30 PS zur Verfügung, die wir beide
für je 3 Mann Besatzung gebucht hatten und dafür mehr als
genügend Platz boten.
Blick vom
Hafen:


Der gut
englisch und auch ein wenig deutsch sprechende sowie stets
sehr freundliche Gastgeber Andree Larsson war die meiste
Zeit über unmittelbar vor Ort ansprechbar und
Wünschen/Anregungen gegenüber sehr aufgeschlossen. Zusammen
mit seiner Frau betreibt er einen kleinen am Hafen gelegenen
Laden, eine unmittelbar daneben befindliche Tanksäule und
eine Muschelfarm.
Die
Muschelfarm:

Das
Angelrevier:
Das Angelrevier ist durch den riesigen, stellenweise bis
über 400 m tiefen Soroysund geprägt und umfasst neben diesem
auch einige kleinere Sunde und Fjorde, die in den tieferen
Bereichen zumeist über 100 m, mitunter auch über 200 m
Wassertiefe aufweisen. Weitläufige Flachwasserbereiche um
die 40-60 m, wie man sie sonst westlich und nördlich Soroyas
vorfindet, fehlen zwischen Seiland und Soroya, weshalb sich
die Angelbedingungen und –möglichkeiten mit den zum offenen
Meer gelegenen Bereichen Soroyas wohl auch nur bedingt
vergleichen lassen.
Der
Soroysund mit den Inseln Haja und Hjelmen:


Wenngleich die
vorgelagerte Insel Soroya schon merklichen Schutz vor Wind
und sehr großen Wellen bietet, bleibt man auch auf Seiland
selbst in den Sommermonaten nicht von ein paar windbedingten
Ausfalltagen verschont. Von jenen waren uns in den knapp 2
Wochen immerhin 3 mit Stubenaufenthalt beschert und weitere
3 Tage, an denen das Angeln mit Einschränkungen immerhin
geradeso noch irgendwie möglich war, hatten sich mit
Starkwind, Regen und Temperaturen deutlich unter 10 °C das
Prädikat Dreckwetter redlich verdient. An den übrigen Tagen
war demgegenüber mehrfach ein Fischen bei absoluter
Windstille während der Nachtstunden möglich.
Möwenmeeting
am Abend:

Mitternachtssonne über Soroya:

Nordmannsfjordjokelen bei Nacht:

Hjelmen bei Nacht:

Dorsch:
Beim grundnahen Fischen kamen sehr viele kleine bis mittlere
Fische ins Boot und in Wassertiefen zwischen 80-130 m
gesellten sich dann auch immer wieder mal auch noch einige
gute Dorsche zwischen 20 und 26 Pfd. dazu. Bezeichnend für
den Umstand, dass die Fische durchgehend in sehr gemischten
Größen dicht beisammen standen, stürzte sich eine Dublette
bestehend aus Dorschen von 4 und 17 Pfd. in ca. 110 m
Wassertiefe auf einen 23 cm-Gummifisch, der an einem
Giant-Jighead montiert war.



Sehr viele der
diesmal überwiegend grundnah gefangenen Dorsche waren mit
Seenadeln (?) voll gestopft bzw. nicht selten sogar
regelrecht überfressen. Es bleibt aber zu vermuten, dass
hier mit mehr Mut, Geduld und Flexibilität in Sachen
Platzwahl und Angeltechnik (Freiwasserfischen) auch noch
(deutlich) größere Fische möglich gewesen wären, wenn auch
bei weitem nicht in vergleichbarer Stückzahl. Die
Schwierigkeit lag diesmal darin, dass der hierfür
wegweisende Köhlerkindergarten nicht, wie erwartet,
regelmäßig an/über Unterwasserbergen bzw. um feste
Aufenthaltsorte herum im Mittelwasser aufzufinden war,
sondern die meiste Zeit gänzlich von der Bildfläche
verschwunden schien, um dann wie aus dem Nichts heraus in
nur sehr kurz geratenen Zeitfenstern in sehr großen
Schwärmen, bestehend aus 3-4 Pfd. schweren Fischen, an der
Oberfläche ruhelos umherziehend und von nicht minder großen
Möwenscharen begleitet nach Kleinstfischen zu jagen.
Durchzug der
Köhler:

Möwengetümmel mitten auf dem Sund:

Seewolf:
Wir konnten die gestreifte Ausführung an mehreren Plätzen in
reichlichen Stückzahlen auf mit Steinen/Fels durchsetzten
Sand- und Muschelgründen zwischen zumeist 40 m und 80 m
fangen. Die Fische waren trotz verschiedener Fangplätze ganz
überwiegend (nur) um die 3 Pfd. schwer, einige bessere
Exemplare lagen um die 5-8 Pfd. und das Ende der
Fahnenstange war für uns leider schon knapp unterhalb der 10
Pfd.-Marke mit 84 cm erreicht.



Am selektivsten und waidgerechtesten gelang der Fang der
Seewölfe mit Naturködern (Seelachsfetzen), welche an einem
schweren Bleigewicht (z. B. Seewolfklopfer) an einer kurzen
Mundschnur am Grund klopfend angeboten wurden.
Selbstleuchtende Elemente steigerten die Biss- und
Fischquote.
Heilbutt:
Während unseres Aufenthaltes fanden insgesamt 15 Heilbutte
den Weg ins Boot, von denen 9 Fische jedoch leichter als 10
Pfd. waren. Der größte in 40 m Wassertiefe gefangene Fisch
brachte bei einer Länge von 137 cm stolze 60 Pfd. auf die
Waage. Zwei sehr große Fische, die auf einen 23
cm-Gummifisch am Giant-Jighead bzw. auf einen Seelachs
gebissen hatten, gingen leider nach jeweils ca. 5 Minuten
Drill, der weitestgehend nur aus Schnurnehmen und
vergeblichen Pumpversuchen bestand, verloren.
…groß:

…ein bisschen größenwahnsinnig ;-)

…etwas größer als der 23 cm-Köder ;-)

Schellfisch:
Schellfische gehörten an einigen Plätzen zur regelmäßigen
Beute beim grundnahen Pilken bzw. gingen diese mit noch
größerer Vorliebe auf vorgeschaltete Beifänger (Gummimak).
Das Durchschnittsgewicht lag bei ca. 3-4 Pfd., der größte
Schellfisch brachte aber immerhin äußerst respektable 9 Pfd.
auf die Waage.
Köhler:
Die für einen halben Tag an einem Fjordausgang vor einer
Steilkante und dem angrenzenden Freiwasser praktizierte
gezielte Angelei auf größere bzw. große Köhler brachte zwar
durchgehend gute und sichtlich wohl genährte über Fische 10
Pfd., jedoch zeichnete sich nach spätestens 3 Stunden
allmählich die Erkenntnis ab, dass ein Zwanzigpfünder, von
dem die gefangenen Exemplare allesamt doch noch ein
Stückchen entfernt waren, an dieser Stelle wohl eher
unwahrscheinlich war.
Auftaktfisch:

Ende der Fahnenstange:

Lachs:
Einem mit dem Wohnmobil angereisten Gastangler gelang beim
Schleppen vom kleinen Boot aus der Fang von zwei Lachsen mit
Gewichten von 7 kg und 8 kg. Ufernah waren auffallend viele
Lachsnetze gesetzt und einem Fischer soll während unseres
Aufenthalts ein Exemplar von stolzen 18 kg ins Netz gegangen
sein.
Sonstige Beifänge:
Neben dem Fang eines kleinen Lengs von ca. 60-70 cm, fanden
noch ein kleiner Wittling und auch einige (mittel)große
Rotbarsche beiläufig den Weg ins Boot. Nicht vermeiden ließ
sich selbstredend der Fang einiger Lumben, von denen aber
immerhin zwei Exemplare die 80 cm-Marke überschritten. An
den „richtigen“ Stellen, insbesondere an den Seewolfplätzen,
blieb man aber weitgehend von diesen in Nordnorwegen
allseits „gefürchteten“ Quälgeistern verschont.
Wanderungen:
Wer tief durchatmen will und absolute Ruhe sucht, findet
genügend mehr oder weniger hohe Berge und wird mit einer
teilweise wirklich herrlichen Aussicht belohnt. Nicht alle
Routen führen ohne Umwege auch zum Ziel bzw. sollte man im
Zweifel lieber vor einem ausgedehnten Sumpfgebiet oder aber
einer respektablen Steilwand kapitulieren, denn wer beim
Weiterkommen auf die Brechstange setzt, kommt womöglich nie
mehr oben an bzw. von dort nicht mehr zurück.
Großer
Moosteppich mit Birken:

Kleiner Moosteppich mit Stillleben:

Über Wiesen und Hänge – Fischhallenkomplex im
Hintergrund:


Festlandblick über Straumen/Kvalsund:

Aussicht vom Veggen auf halber Höhe über den Soroysund:



Der Worte damit genug! Zum Abschluss noch ein paar
Impressionen.
…weder Feuer noch Vulkanausbruch,

…sondern nur ein wenig Sonnenlicht:

Licht und Schatten auf Soroya:

Am Skreifjord (mit Flasketind):



Im und vor dem Jofjord:


Zurück im Hafen:

Bye, bye
Seiland!
Raik Björn Leek
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