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Im Jahr 2005, es war so im
Juni, saßen wir (Sascha Hausmann und Sven Weide) mal wieder
zusammen und überlegten, wo wir 2006 nur hinfahren sollten.
Eins war auf jeden Fall klar, es sollte wieder Nordnorwegen
werden und die Zielfische sollten große Dorsche und
natürlich der gemeine "Wolf" sein. Nach langem Hin und Her
bekamen wir von Andre Hörmann die neue Anlage "Foldvik
Brygger" in Gratangen empfohlen. Nach kurzem Studieren der
Seekarten war klar, da müssen wir hin. Also die ganzen
Norwegenfreunde aus dem Bekanntenkreis angerufen und zu
einem Planungstreffen eingeladen. Nach kurzem Vorstellen des
Reiseziels war klar, wir werden mit 12 Personen per Auto und
Flieger anreisen. Also habe ich sofort am nächsten Tag das,
heute können wir sagen: Superziel "Foldvik-Brygger" gebucht.
Um natürlich heiß zu bleiben,
trafen wir uns alle einmal monatlich zum Vorfächer Basteln
und natürlich zum Fachsimpeln und Tratschen!
So nun war es endlich so weit,
am 07.05.2006 um 22:00Uhr fuhr Sascha mit dem ersten Trupp
per Auto gen Norden. Ich fuhr dann am Dienstag mit dem Rest
der Truppe nach Berlin und von dort aus mit dem Flieger über
Oslo, wo wir eine Übernachtung hatten, nach Evenes (Narvik /
Harstadt).
Am Flughafen erwartete uns dann
"Asle", der Taxifahrer, der uns dann zum ca. 1Std.
entfernten Camp chauffierte.
Am Camp dann endlich
angekommen, hatten wir natürlich Regen, aber dieser sollte
unserer guten Stimmung keinen Abbruch bereiten, denn "Hausi"
und sein Team kamen gerade mit dem Boot rein und hatte ein
paar schöne Lumbs und einen schönen Dorsch an Bord. Zur
gleichen Zeit kam "Stig", der Mann für alle Fälle und wies
uns in die örtlichen Gegebenheiten, wie Boote, Gefrierraum,
Restaurant (40m), Tankstelle und Supermarkt (30m) ein.
Die "Cabins", wie die Hütten
immer von "Stig" genannt wurden, waren in einen Top Zustand,
denn sie waren niegel-nagel-neu. Also die Sachen ausgepackt
und raus auf den Fjord, denn wir wollten Dorsche und "Wölfe"
fangen und nicht die Zeit vertrödeln. Also erst einmal von
unseren "nagelneuen" Kvaerno-Boote mit 50PS ein paar kleine
Köhler gefangen und die Haken mit schönen Fetzen garniert
und ab damit in die Tiefe, sprich 30-40m.
An den ersten Stellen waren wir
dann gleich erfolgreich, sodass wir am Abend gleich ein paar
schöne Steinbeisserbäckchen in der Pfanne hatten.
Am Freitag gab es dann gleich 2
Highlights, denn zum Einen fing Dirk seinen persönlichen
Rekord-Dorsch von 39Pfd. Und zum Anderen waren wir von "Geir"
(Besitzer der Anlage) eingeladen worden, um ein
Wikingerschiff, nämlich die "Grytir" zu Wasser zu singen.
Dieser Einladung sind wir natürlich promt gefolgt. Kaum
angekommen, hießen uns die Einheimischen Bewohner herzlich
willkommen. Um unsere Kleidung zu schonen, zogen wir
Müllsacke über und schon ging es los. Ein Mann im Schiff
sang einen Text und bei "Hüüüüüüüü" wurde das Schiff ein
Stück weiter getragen, bis es an der Wasserkante stand und
wir nur noch auf die Flut warten mussten. Im Anschluss an
das zu Wasser lassen gab es dann eine ausgiebige Party.
In den darauf folgenden Tagen
verschlechterte sich das Wetter so, dass wir mit
Temperaturen von bis -6°C, Schnee sowie Nebel zu kämpfen
hatten. Zuerst dachten wir, dass es sich mit den Fischen
erledigt hat, aber dennoch konnten einige von uns ihre
persönlichen Rekorde brechen oder sogar wiederholt brechen.
Jens zum Beispiel fing einen Dorsch von 22Pfd. Und noch
einen von 27Pfd. Auch Sascha konnte mit einem Dorsch von
23Pfd. und ein paar Tage später mit einem von 26Pfd. sehr
zufrieden sein. Als Weiteres konnten wir noch reichlich
schöne Dorsche zwischen 10 und 20Pfd., sowie unzählige Lumbs
und natürlich "Wölfe" erbeuten.
In der zweiten Woche sollte
dann doch das Wetter deutlich besser werden, sodass sogar
teilweise im T-shirt gefischt werden konnte und wir uns
leichte Sonnenbrände zuzogen. Aber nicht nur das war sehr
positiv, sondern auch der Fischfang, denn immer mehr Möven
sammelten sich vor dem Fjordeingang, die dann in den
nächsten Tagen immer weiter in den Fjord hineinziehen
sollten. Also hieß es für uns, immer die Augen auf und
schauen was die Möven so treiben. Und tatsächlich, große
Köhler- und Dorschschwärme trieben Millionen von Sild in den
Fjord.
Somit war uns klar, dass die
schweren 20-30lbs Ruten zur Seite gestellt wurden. Also
fischten wir mit normalem "Ostseegeschirr" sprich mit Ruten
bis 200g Wurfgewicht auf große Köhler. Auch der Erfolg ließ
nicht lange auf sich warten und Jörn konnte seinen
persönlichen Köhlerrekord von 22Pfd. fangen. Der
Durchschnitt lag im Allgemeinen bei 14 -18Pfd.
In den nächsten Tagen ging es
dann fleißig so weiter. Allerdings konnten wir nicht sehr
lange und auch nicht sehr häufig auf die Köhler fischen,
denn irgendwie mussten wir den Fisch ja auch mit nach Hause,
bzw. über die Grenze bekommen. Also hieß es in den
verbleibenden Tagen wieder auf "Wölfe" fischen und wir
wollten ja noch den ca. 18sm Trip nach "Mjösundet" auf uns
nehmen. In "Mjösundet" sollte angeblich ein sehr guter Platz
für Heilbutt und an den Seitenkanten für "Wölfe" sein, was
wir natürlich dann auch mal befischen und testen wollten.
Als wir also einen schönen ruhigen Tag vor uns hatten, hieß
es früh morgens aufstehen und Leinen los. Also alle 4 Boote
mit 3/4Kraft (ca. 18kt) und im Konvoi Richtung Norden.
Endlich in "Mjösundet" angekommen, konnten wir gleich live
sehen, dass dies eine sehr gute Heilbuttstelle ist, denn ein
Langleinenfischer holte gerade seine Leine hoch, an der 4
"Helis" ca. zwischen 20 und 60Pfd. hingen. Also hieß es
runter mit den Pilkern und mit den Naturködersystemen, aber
leider mussten wir gleich feststellen, dass wir absolut "Null"-Drift
hatten. Das blieb dann auch den ganzen Tag so, denn es wehte
nicht einmal ein einziges Lüftchen. Trotzdem konnten wir
dann noch ein paar schöne "Wölfe" an den Kanten erwischen.
Dann wurde über Funk der erste Heilbuttbiss durchgegeben und
Ringo konnte sich über einen kleinen Heilbutt freuen, den er
nach einem Foto wieder in sein Element zurücksetzte.
Freitags stand dann ein
Barbecue mit Stig, Geir, Asle und anderen Einheimischen auf
dem Abendprogramm. Wir brachten also unsere Fleisch und
Wurstvorräte mit und Stig servierte uns eine kleine
eindrucksvolle Kostprobe der örtlichen Kostbarkeiten. Wir
hatten das vergnügen, Rentier, Wal und Robbe kosten zu
dürfen und wir waren alle begeistert, genau so wie man von
unserer Wurst begeistert war. In so einer gemütlichen
Atmosphäre lässt es sich natürlich sehr gut und lange
fachsimpeln, sodass man auch wegen der fehlenden Dunkelheit,
total die Zeit vergisst und erst morgens ins Bett kommt.
So, und wer große Dorsche
fängt, der muss auch "großen, kräftigen, selfmade-Schnaps"
trinken, denn Jens hatte morgens einen 42Pfd. Dorsch (1,22m)
landen können und somit zum 3 Mal seinen persönlichen
Dorschrekord in diesem Urlaub in Foldvik brechen können. Das
bedeutete für Ihn: Prost (mmmmhhhhhh, war der lecker!?).
In den nächsten tagen hieß es
dann mehrfach "Rekord geknackt"! So konnte Sascha noch
einmal am letzten Tag seinen persönlichen Dorsch Rekord auf
1,27m anziehen (schlank, aber 1,27m) und Jörn fing seinen
Wolfrekord!
Dann kam der Tag der Abreise
und ich muss sagen, es viel nicht leicht, sich von diesem
Fleckchen Erde und diesen herzlichen Menschen zu
verabschieden, sodass doch bei dem Ein oder Anderen ein paar
Tränen die Wangen herunterkullerten. Ich von meiner Seite
aus kann nur sagen, dass ich so einen Norwegenurlaub, wie
ich ihn hier erlebt habe, sei es von den Fangmöglichkeiten,
die windgeschützte Lage, die Boote, die Unterkünfte und vor
allem von den Menschen, noch nicht erlebt habe und auch
niemals vergessen werde. Ich kann nur sagen, dass egal wer
nach Foldvik fährt, der wird sich wohl fühlen und schöne
Fische fangen. Sascha und ich werden im nächsten Jahr auf
jeden Fall wieder in Foldvik sein, denn da sind noch einige
Rechnungen mit größeren Fischen, die wir verloren haben,
offen. Aber dazu mehr im Bericht 2007!
Ich möchte mich auf diesem Wege
auch noch einmal bei Stig und Geir für die einmalige
Hilfsbereitschaft, das Engagement und die so
"selbstverständlich lockere" Art bedanken! "Danke es war
super bei Euch in "Foldvik-Brygger"! Auch bei Andre Hörmann
möchte ich mich für den guten Reisetipp und für die perfekte
Organisation der Reise bedanken!
Viele Grüße vom "Quantum
Team"
Sven Weide und Sascha
Hausmann
Anbei noch ein paar
Impressionen und Bilder aus Foldvik

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