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Wochenlang fieberten wir unserem Norwegenurlaub entgegen, am
30.06.2004 ging es abends endlich los. Nach einer Flugzeit
ab Frankfurt/Main von ca. 3 Std. trafen wir gegen 23.30 Uhr
in Tromsö ein.

Bei leichtem Regenwetter wurde das Gepäck in einem Bus
verstaut und die Reise nach Koppangen angetreten. Nach 1 ½
Std. kurzweiliger Fahrt hatten wir dann unser Zuhause für
die nächste Woche bei fast strahlendem
Mittsommer-Sonnenschein vor Augen. Schnell war das geräumige
und komfortable Haus bezogen, die Koffer provisorisch
ausgepackt und die Spinnruten aufmontiert. Niemanden hielt
es bei dieser grandiosen Landschaft noch im Haus.


Trotz Müdigkeit haben wir noch ein paar lange Minuten von
dem Anlegesteg und nahen Ufer gefischt. Tatsächlich bissen
kleinere Köhler und Dorsche um 3 kg fast am laufenden Band.
Der Anfang war gemacht. Nach einer kurzen "Nacht" haben wir
unseren bereitgestellten Dieselkutter nach einer
Unterweisung und Probefahrt übernommen. Es war reichlich
Platz für 5 Personen und Angelgerät an Bord. Ausgestattet
mit Fischkisten, Wassereimern, Rutenhaltern, Echolot und GPS
lies das Boot keine Wünsche offen.


2 Steuerplätze (1 innen und 1 außen) machten eine
Ausfahrt auch bei schlechtem Wetter möglich. Die erste
Ausfahrt konnte beginnen. Bei strahlendem Sonnenschein und
relativ glattem Wasser ging es zu den, auf der Seekarte
eingezeichneten, Fischgründen. Mit leichten Ruten und
Pilkern um 80-125 gr, wurden die Unterwasserberge und Kanten
abgefischt. Die Ausbeute fiel leider etwas mager aus. 1
Dorsch, 3 Lumb und 6 Schellfisch waren die Ausbeute von etwa
5 Angelstunden. Schnell wurde das Revier gewechselt und die
Ruten für Naturködermontage vorbereitet. An der Steilküste
eingetroffen wurden halbe filetierte Köhler in 80 m
Wassertiefe angeboten. Einige Lumb und Leng konnten der
Versuchung nicht widerstehen und verließen unfreiwillig
ihren gewohnten Lebensraum. Nach der Rückfahrt stand das
Studium der Seekarten auf dem Programm.


Neue Fischgründe sollten aufgetan werden. So fischten wir
die nächsten Tage an verschiedenen Plätzen und sollten mit
einem "Riesen" belohnt werden. In nur 30 m Tiefe blieb der
Pilker am Grund hängen. Nach 2 missglückten Löseversuchen
setzte sich der "Hänger" plötzlich in Bewegung. 20 Minuten
dauerte das Tauziehen zwischen Mensch und Fisch, dann zeigte
der Fisch die marmorierte Flanke. 19,5 kg Dorsch bei 130 cm
Länge kam langsam in Richtung Boot.


Nach der Landung legte der Fänger mit zitternden Knien
eine Ruhepause ein. Fazit: Man muss seine Fische schon
suchen, aber wenn man sie gefunden hat, werden die
Erwartungen doch erfüllt. Erst am letzten Tag und der
letzten Ausfahrt trafen wir gegen 3.00 Uhr morgens mit Hilfe
des "Möwenecholots" auf einen großen Schwarm Köhler.
Aufgeregt wurden die Spinnruten in die Hand genommen und
dann ging es Schlag auf Schlag. Nach 20 Minuten haben wir
dann das Fischen abgebrochen. Die Fischkisten waren voll und
die Arme taten vom Drillen weh. Es folgten noch Stunden des
Filetierens und Einfrierens. Aber das war im großen
Filetierhaus mit fliesendem Wasser und den großen
Gefriertruhen keinerlei Problem.
So viele Stunden auf einem Boot und so wenige Stunden im
Bett haben wir noch nie verbracht. Wir konnten uns einfach
nicht vom Fischen und der herrlichen Natur trennen. Dann
hieß es schweren Herzens Abschied nehmen. Auch der Transfer
zum Flughafen klappte reibungslos und so konnten wir noch
einen ausgedehnten Bummel mit Fischessen und Biergarten in
der City von Tromsö genießen.

Abschließend kann man ruhig sagen: Ein unvergesslicher
Angelurlaub.
18.07.2004 - Manfred Staab
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